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Kindercamp » Historie
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Historie

6. Kindercamp 2007

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 20:37

Kindercamp rockt!

Es war ein herrlicher Tag am 30. Juli für die Eltern von 24 Bengeln im Alter von 10-14. Denn an diesem Tag fand die Übergabe der Kinder statt. Die Erleichterung der Eltern stand auf ihren Gesichtern geschrieben. Die mutigen Betreuer, dessen Namen in Bücher der Helden verewigt werden müssten, heißen Nadine, Kim, Daniela, Olga, Nico und Lukas.
Bis zum 08. August bescherten sie die Kinder ganz schöne Tage.
Morgen früh mussten die Kinder früh aufstehen, dafür aber ein schönes Frühstück genießen. Natürlich gab es jeden Tag 2 Tischdecker, die immer wieder Fluchtversuche aus der Küche entnahmen. Danach gab es aber Programm ohne Ende. So schnell werden unsere 13 Jungs und 11 Mädchen die Wanderung am Wattmeer nicht vergessen. Jungs gruben im Schlamm auf der nach Krebsen und die kreischende Stimme der Mädchen zwangen die Würmer tiefer zu graben. Der Ausflug nach Westerland im Sylt lockerte die Geldbeutel unserer Schützlinge. Denn wann sonst haben die Kleinen ihre Chance Eis ohne Ende zu schlecken.
Unsere Jüngsten sind nicht ohne - sie rissen ohne wenn und aber die Kleider vom Leib und stürzten sich in kaltes Meer. Im Schwimmbad sorgte unsere Kleine dafür, dass der Bademeister keine Langweile bekam.
Unsere Tage wurden nicht nur mit Ausflügen abgeschmeckt, sondern auch mit Spielen gepfeffert.
Die Kinder begaben sich auf Schnitzeljagd und gaben ihr Ganzes beim Spielen ohne Grenzen. Bei Wissenskiste zeigten sie ihr erstaunlich gutes Wissen und ihr technisches Können beim Fußball und Tischtennis.
Es wurde bei uns sogar geheiratet. Die Jungs trugen die Mädchen auf den Händen, banden sich Krawatten um, die Mädchen zogen ihre Brautkleider an. Ein Küsschen auf Backe, das Jawort und schon hatten wir 4 Ehepaare. Bloß ließen sie sich schnell wieder scheiden. Moderne Zeiten, versteht sich.
Die Kleinen schrieben täglich ihr Bericht für Zeitung, räumten auf. Natürlich gab es unter Kinder ein paar Schelme, die uns Betreuer dauernd auf Palme trieben. Mit Besen bewaffnet, jagten wir diese durch den Haus.
Für uns Betreuer, war das auch eine schöne Zeit. Wir schliefen täglich ca. 5 Stunden, genossen aber die Freude der Kinder beim Spielen. Unter uns Betreuer entwickelte sich eine Freundschaft. Täglich mit RedBull verstärkt, hüteten wir Hirten unsere 24 Schäfchen.
Die Zeit ging nun vorbei und es nahmen die Eltern aus Bayern ihre 13 Kinder wieder auf. Jeweils 3 Kinder kamen zurück nach Niedersachsen und Berlin. Baden-Württemberg nahm seine 2 kleinen Bürger wieder auf und jeweils 1 Kind fiel erschöpft in NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen wieder ins Bett. Auch wir Betreuer schliefen einen tag und eine Nacht durch. Am nächsten Tag sind wir aufgewacht und wollten wieder zu unseren Bengelchen zurück.
Auch die Kinder waren ganz traurig, dass sie heim mussten. Aber nächstes Jahr ist wieder ein Kindercamp und wir freuen uns auf jeden einzelnen Bengel. Aber sicherheitshalber nehmen wir nächstes Jahr ein paar Besen mehr mit.

Schön, lehrreich und aufregend war diese Zeit. Danke, dass ich dabei sein dürfte.

Eure Olga

7. Kindercamp 2008

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 20:28

Kindercamp - Ferienerholung im Allgäu!

Mit 22 gehörlosen Kindern aus ganz Deutschland im Gepäck ging es dieses Jahr vom 05. bis 14. August 2008 mit dem Kindercamp nach Steibis/Oberstaufen ins Allgäu. Die Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren kamen aus allen Ecken der Bundesrepublik: 8 Kinder aus Bayern, 4 aus Hamburg, 3 aus Baden Württemberg, 3 aus Niedersachsen, 2 aus Berlin und 2 aus Sachsen. Leider waren kurzfristig zwei Kinder krank geworden und konnten daher nicht teilnehmen. In der Gruppe gab es auch 3 Kinder, die lernbehindert waren, davon eine zusätzlich gehbehindert. Sie alle wurden problemlos von den anderen Kindern angenommen und in die Gruppe integriert.

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Der Träger ist Deutsche Gehörlosen Jugend e.V, München. Die Leitung übernimmt Nadine Höchtl und organisiert alles für KC. Nadine Höchtl ist heuer zum 2. Mal Kindercamp-Leiterin. Sie ist seit 4 Jahren für Kindercamp tätig. Markus Meincke ist seit 2000 für Kindercamp und Jugendcamp zuständig. Heuer war er unser Mentor. Er führt Betreuerschulung und unterstützt KC-Leiterin Nadine Höchtl in allen Bereichen.
Das Betreuerteam bestand aus Lukas Wozniak, Olga Rogachevskaya, Elina Büter und Daniela Michel und Nicolas Bretschneider. Letzterer unterstütze zudem auch die Leitung des Teams, Nadine Höchtl. Die Zusammenarbeit unter den gehörlosen Betreuern klappte hervorragend.

Die Aufteilung der Zimmer erfolgte bei den Mädchen durch Verlosung. Dieses Jahr durften sogar Freundinnen gemeinsam an der Verlosung teilnehmen, sodass sie zusammen bleiben konnten. Die Jungen bewohnten gemeinsam ein großes 8-Bett-Zimmer.

Nach der ersten spannenden Nacht in der neuen Unterkunft wurden die Kinder in insgesamt vier Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bekam eine eigene Farbe und überlegte sich zudem einen eigenen Namen: Weiße Gruppe erfanden es Deaf-Kids, Gelbe Gruppe tauften es Deaf-Biene, die orange Gruppe nannten es Alpen-Sonnen-Champions und blaue Gruppe bekam der Name nach dem Farbe Deaf-Wasser. So wurden das Gruppengefühl und der Teamgeist der Kinder gestärkt. Die Betreuer konnten die einzelnen Gruppen gut an deren T-Shirt Farbe erkennen und den Überblick behalten.

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Das Programm war vielfältig und bunt: Ob Schwimmen im Hallenbad Aquaria in Oberstaufen, eine Wanderung zum Buchenegger Wasserfall, eine leichte Bergwanderung – je nach Wetter erkundeten wir die Gegend. In der Zwischenzeit wurden zahlreiche Spiele gespielt: „1,2 oder 3“, ein Harry Potter – Quiz oder Montagsmaler. gefördert werden Auf Entdeckung ging es mit einer legendären Schnitzeljagd. Täglich gab es auch Bildungsangebote für die Kinder mit Themen wie „Klimawandel – Umweltschutz“, „Straßenkinder“, „Wie man den Möwen das Fliegen beibringt“, „Das Wunder der Tiere“ und so weiter. Außerdem wurde gemeinsam mit den Kindern über deren Berufswünsche diskutiert und über verschiedene Berufe informiert.

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Kreativ ging es beim Basteln mit Naturmaterialien weiter. Die Kinder gestalteten einfallsreich und voller Eifer Accesoires, Schmuck u.ä. zum Thema Pflanzenkönigin. Außerdem wurden immer wieder Freizeitspiele angeboten. Klarer Favorit unter den Kindern war der Tischtennisraum, in dem sie jede freie Minute verbrachten. An heißen Tagen kühlten sie sich immer wieder beim Schwimmen im See ab. Unser Ziel ist es, die Kinder nach ihrem Alter und Fähigkeit entsprechend zu fördern und ihr Teamgeist, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen zu stärken, nicht zu vergessen auch die Motorik, Wortschatz, usw. zu erweitern. Alles in allem soll es Spaß geben. Auch wenn es Bildungsangebote gibt, das machen wir alles spielerisch, dass sie darin Spaß und Interesse zeigen, nicht den üblichen „trockenen Unterrichtsstoff“ von der Schule von einem hörenden Lehrer/innen, die nicht perfekt DGS-Sprache beherrschen.

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Apropos die Sprache – alle Betreuer und alle Kinder beherrschen DGS (Deutsche Gebärdensprache). So klappte die Kommunikation zwischen Betreuer/innen und Kindern einwandfrei. Sogar einige Kinder haben es nicht gewusst und so waren sie ganz aus dem Häuschen als sie feststellten. Für die Kinder ist es einmalig, mit so vielen gleichaltrigen und gleichsprachigen Kindern Urlaub zu machen. In der Schule kennen sie sich zwar auch z.T. gegenseitig, aber die Ferien bieten noch mal mehr Möglichkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen und soziales Verhalten zu lernen und von gehörlosen Erwachsene (Betreuer/innen) eine Vorbildsfunktion zu finden.
Natürlich gab es immer wieder Momente, woran wir gerne daran erinnern:
Als ob alle Amors, so genannte Engel der Liebe, sich um Hubertushaus mit ihren Pfeilen versammelt haben. So viel Romeos und Julias hatten wir hier noch nie. Apropos Julias. Wir hatten hier eine mächtige Überzahl von Mädels. Jaja, um Romeos flogen richtig die Fetzen. Lackierte Fingernägel, lässige Posen und Lippen mit Gloss gehörten längst zu unserem Alltag.

Wenn unsere Bengel schlafen gehen, setzten wir uns im Flur und beobachteten mit Argusaugen die Zimmertüre. Nebenbei besprachen wir Tagesablauf für den nächsten Tag und stärkten uns mit Spezi und Schokolade

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Bei einem Spiel auf dem Wiese – die Wiese ist sehr uneben und ziemlich nass vom tagelangen vielen Regen – fiel ein Mädchen unglücklicherweise voll aufs Boden und ihr Gesicht war voll braun. :-((
Beim Wandern zur Falkenhütte kam plötzlich starker Regen, alle wurden pitschnass als sie heimkamen, aber die Gesichter der Kinder leuchten so und meinen das war eine Regen-Party! Vorsorglich stecken wir alle unter der heiße Dusche um womöglich Schnupfen oder Husten zu vermeiden. :-)))
Schlammschlacht am See – so kann es lustig sein!
Insgesamt war das Kindercamp 2008 im Huberthaus im Allgäu mit der schönen Umgebung zum Wandern, bei dem die Natur hautnah zu erleben war, ein tolles und unvergessliches Erlebnis für die 22 Kinder und deren Betreuer.

Alles in allem war das Kindercamp überaus gelungen und wir freuen uns auf nächstes Jahr!

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4. Kindercamp 2005

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 18:55

Kindercamp 2005
Naturerlebnisse im Kindercamp

Nachdem das Kindercamp ein Jahr stillgelegt war, hatten diesmal die Initiative Gehörlosen Jugend und Deutscher Gehörlosen Jugend e.V. im Sommer 2005 das 4. bundesweite Kindercamp für hörgeschädigte Kinder wieder fröhlich aufgeweckt.

Das 4. Kindercamp fand vom 10.8. bis 19.8.2005 im Schullandheim Hubertushaus in Steibis/ Allgäu statt.
Das Hubertushaus lag auf ca. 1320 m Höhe, unterhalb des Häderichs, umrandt von Wald, Wiesen und einem kleinen Moorsee. Es stand bisher wie immer unter dem Motto: „Sprache, Kultur, Natur, Spiele und Spaß“. Es waren 16 Kinder aus verschiedenen Bundesländern dabei, alle im Alter von 10 bis 14 Jahren.
Die Leiterin des Camps war Doris Goldschmidt und die andere 4 gehörlose Betreuer.
Die Kinder kamen meistens aus Bayern, und einige aus NRW, Baden Württemberg, Rheinpfalz und Hessen.

Es war ein schönes Wiedersehen mit der einigen ehemaligen Kinder, die an KC 2001/2002 und 2003 teilgenommen hatten. Und die andere sind ganz neu gekommen. Am Anfang hatten die einige Kinder einander ganz fremd gehalten. Durch das Kennenslernspiel fing es an, die Kinder schnell im Kontakt miteinander aufgenommen zu haben.

Anschließend machten wir eine Verlosung zur Zimmerverteilung, eine Info-Runde über das Kindercamp, und wir bildeten Teams, in denen je fünf Kinder mit einer/m Betreuer/in für die gesamte Zeit in einer Gruppe zusammen waren.

In den darauffolgenden Tagen haben wir gemeinsam vieles erlebt und unternommen:
Es fing an mit der abwechselungsreichen Programme am Draußen und im Haus: Kennenslernspielen, Wanderungen, Schwimmen auf Alpsee, einen Schnitzeljagd durch das Natur, Wissenskiste, und die weiter verschiedene Spiele und Punktsspiele ( dieses Art der Spiele sollte die ☺ - Punkte von jeder Gruppe durch das Wetten gesammelt werden.)
Neben dem Aktivitäten machten wir auch Tischtennisturniere. Die Kinder spielten ganz eifrig und spannend.
Ein schönes Erlebnis war natürlich unsere „unheimliche Wanderung“, bei der wir spätabends mit Fackeln durch Alpenflora und Moorsee gegangen sind.

Im Rahmen des Programms ist auch an Teamgeist, Kooperationsfähigkeit und Respekt gefragt. Wir hatten die Kreativitätsstunde zum Malen und Basteln angeboten. Ein Beispiel ist, die verschiedenen Teams bauen je ein Landschaft, was voraussetzte, dass man vorher im Team diskutieren und aushandeln musste, wie dieses Landschaft aussehen soll und wer sie wie baut.

Das waren die“ besonderen“ Ereignisse. Jeden Abend machten wir eine „Smile-Runde“: Die jeweiligen Teams erfuhren von der Tagesleitung (je 1 Betreuer/in bzw. die Leiterin war für einen Tag für die Durchführung des Tagesprogramms verantwortlich), wie viele Punkte sie am Tag erreicht haben, es wurde darüber geredet, wie der Tag war, es wurde kritisiert, Meinungen ausgetauscht und diskutiert.

Außerdem war Lisa, eine 4 Jahre alte Gebärdenpuppe aus dem Allgäu, sozusagen unser „Die Beliebteste“, an einigem Abend zu uns zum Besuch gekommen, weil sie sehr gerne um eine „Gute - Nacht – Geschichte“ von der Betreuerinnen mitzugeschaut hatte.
Einige Betreuerinnen hatten Märchen, ihre Erfahrung über Kanufahrt in Schweden und das Leben mit Husky erzählt. Die Kinder waren immer von der Gute – Nacht – Geschichte sehr fasziniert und begeistert.

Die Zeit ging schnell um, und so kam sehr bald der letzte Abend: Wir feierten ein letztes Mal ein schönes Fest, grillten, stellten das Theater dar und verliehen die Preise für die Teams. Alle bekamen die KC-Zeitung, die die Kinder mit nach Hause mitgenommen und ihre Eltern gezeigt haben können, was wir einen schönen Aufenthalt mitten in den schönen Allgäuer Alpen genossen und erlebt haben.
Am Morgen danach waren alle etwas ruhig gestimmt, bis nur ein Satz machte uns etwas fröhlicher: „Bis zum nächsten Mal beim Kindercamp!“

Das Wichtigste ist unserer Meinung nach, dass dieses Art der Veranstaltung für die Kinder während der Schulferien weiter durchgeführt werden soll. Jeder konnte neue soziale Kontakte knüpfen und vor allem Erfahrung und Freude mit nach Hause nehmen. Erfahrung fand statt zum Beispiel an Teamgeist, Austausch mit anderen Kindern aus verschiedenen Gehörlosenschulen, das Eintauchen in die Gehörlosenkultur und die Identifikation mit den gehörlosen Betreuer-/innen.
Wir, Kindercamp-Team, möchten die Initiative Gehörlosen Jugend und Deutscher Gehörlosen Jugend e.V. ganz herzlich bedanken für Ihre Unterstützung der Veranstaltung des Kindercamps.

Doris Goldschmidt

3. Kindercamp 2003

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 18:53

Kindercamp 2003
– Erlebnis mit der Survivalstunde -
“Wie kann man im Allgäu überleben☺?“

Das 3. bundesweite Kindercamp mit 27 Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren,
fand vom 26.Juli bis 03. August 2003 wie das erste Kindercamp „unter dem Motto:
„Sprache, Kultur, Natur, Spiele und Spaß“ in Oberstaufen/Steibis im Allgäu
statt.

Das Kindercamp wurde durch IGJ ( Intitivate Gehörlosen Jugend ) gerettet. Wegen dem finanziellen Grund vom DGB sollte eigentlich die Veranstaltung des Kindercamps in diesem Jahr ausgefallen werden.
Dank an IGJ, die eingesprungen ist, und das Camp – natürlich in Zusammenarbeit mit dem DGB – mitunterstützt und organisiert hat.
Die Kindercamp-Leiterin Doris Bönisch, die im letzten Jahr aufgrund ihrer Babypause nicht dabei war, hat dieses Camp wieder geleitet

Das Gästehaus „Alpe Hohenegg“ liegt 1200m hoch in mitten einer alpinen Berglandschaft, außen herum sind statt Autos, Flugzeugen, Menschenmassen und Abgasen.
Es ist nur Allgäuer Bergkühe, 15 schwangeren und 2 hübsche männliche Schafe, lebhafte Bergziegen, Hängbauchschweine und Waldtiere zu sehen. Es ist alles unter dem strengem Naturschutz.
Die österreichische Grenze ist nur ca. 5 km entfernt.

Am Samstag (26.7), als wir alle in München-Hauptbahnhof zusammentrafen - manche kamen mit dem Zug, andere mit dem Auto und den Rest mit dem Flugzeug - fuhren wir mit dem Zug von München weiter nach Oberstaufen.
Dort wartete Doris mit dem VW-Bus, wo wir unsere Gepäcke abgegeben haben. Dann konnten wir ohne schwerer Last mit dem Bergbus weiter zum Gästehaus gedüst.
Als wir ankamen, hatte Doris ein Kennen Lernspiel durchgeführt. Durch das Kennen Lernspiel haben wir uns ganz schön näher kennen gelernt. Anschließend eine Zimmerverlosung gemacht, um die 4er und 6er Zimmer aufzuteilen.

Nach dem Abendessen und Auspacken gab es eine ☺-Runde über Bekanntgabe für das Kindercamp.
Wir bildeten Gruppenteams für die Punktspiele, in denen je fünf/sechs Kinder mit einer/m Betreuer/in für die gesamte Zeit in einer Gruppe zusammen waren. Das Ziel dieser Punktespiele, die während des gesamten Camps liefen, war nicht nur Punkte zu sammeln und am Ende vielleicht zu gewinnen, sondern die Teamarbeit zu fördern: Jede Gruppe soll die Zusammenarbeit sowie Zusammenhaltung lernen und sich auf einen Lösungsweg einigen.

Die ganzen 8 Tage im Camp waren wir voll „in action“: Es wurden Tischtennis-Turniere ausgetragen, Rate-. und Wissenspiele, etwa über die Tierwelt, gespielt, eine Wanderung zum eiskalten Buchenegger Wasserfall gemacht, wo einige sehr mutig waren, darunter auch zwei Betreuerinnen . Anschließend sind wir mit dem Imbergbahn (Sessellift) nach Hause gefahren. Das tat uns sehr gut.
Weiter haben wir einen Ausflug zum Berg-Rodelbahn „Hündle” gemacht, das war sehr spannend und witzig, denn alle brausten super schnell den Berg herunter.

Ach ja, und zum ersten Mal im Kindercamp haben wir eine „Survivalstunde“ eingeführt. Man kann lernen, wie man „perfekt“ die Schlafsäcke zusammenpacken kann. Ebenso erklärten wir den Kindern, welche Arten von Isomatten es gibt. Auch welche verschiedenen Arten von Feuer man machen kann. Dann haben wir diskutiert, wie ein Feuer „prima“ und schnell angezündet werden kann. Schließlich gab es noch allgemeine Regeln der Ersten Hilfe zu lernen, also beispielsweise wie man sich einem Verletzten gegenüber verhalten sollte oder was man tun soll, wenn man z.B. von einer Biene, einer Wespe oder einer Zecke gestochen bzw. gebissen wird.

Zahlreiche andere Spiele waren etwa das Atomspiel, das Magnetspiel, Spiele ohne Grenzen usw.
Alle waren wir mutige Nachtschwärmer und haben einmal draußen am Lagerfeuer und im Freien übernachtet. Es war schön, weil wir alle zusammen sein konnten. Dazu gab es noch einen Indianer-Tanz um den Feuer. Und kurz darauf hat es doch tatsächlich geregnet! Hat der Himmel uns gehört bzw. gesehen? Das war unheimlich !! Als das Feuer kleiner wurde, haben wir mit der Taschenlampe bis in der Frühe weitergeschwatzt.
Als wir einmal schlechtes Wetter hatten, waren wir im Panoramabad Aquaria, dort gab es eine Rutschbahn, 3 und 5 m hohe Sprungbretter, und wir spielten das Fangspiel.

Was war noch? Ach ja, jeden Abend trafen wir uns im Seminarraum, um in der sogenannten „Smile-Runde“ zu besprechen, wie viel Punkte die Teams am Tag erreicht haben. Das haben die Kinder von den Betreuer Innen, die abwechselnd die Tagesleitung übernommen haben, erfahren. Die Kinder wurden miteinbezogen: Wir haben uns alle zusammen über den Tagesablauf ausgetauscht. Es wurden Tipps, Wünsche, Meinungen gesagt und Vorschläge gemacht.
Die 3jährige rothaarige Lisa, eine hübsche Gebärdenpuppe, war auch im 3. Kindercamp dabei und hat uns jeden Abend vor dem Schlafen gefragt, was wir alles so erlebt haben. Dann hat sie bei der Gute-Nacht-Geschichte der Betreuer Innen eingeladen und ihre Gute-Nacht-Geschichte zugeschaut.

Während einer der Kreativitätsstunden sollte jede Gruppe sich vorstellen, sie wäre als Gruppe plötzlich verloren auf einer Insel und sollte sich selbst retten und ein Schiff bauen. Das war interessant und spannend, viele hatten tolle Ideen!
Spät an einem Abend haben wir noch eine unheimliche Fackelwanderung durch den Naturschutz-Dorf. Das hat uns viel Spaß gemacht.
Der Abschlussabend wurde groß gefeiert mit Würsten, Salat, Nudelsalat und Fleisch vom Grill. Dazu haben wir Theater gespielt, in dem die Betreuer Innen nachgespielt haben, was sie in Wirklichkeit „angestellt“ hatten. Später verliehen wir die Preise für die Teams.
Uns allen, den Betreuer Innen Doris Bönisch, Susanne Genc, Diana Sailer, Achim
Zier, Steffen Thiede, Kim Jensen und mir, Britta Schönfelder, hat allen das Kindercamp so gut gefallen, dass wir übereinstimmend sagen können, dass wir von allen Kinder tolle Erlebnisse und viel Freude mit nach Hause bringen konnten. Und nochmals Dank an die IGJ und den DGB!!!

„Bis zum nächsten Mal beim Kindercamp!“
Britta Schönfelder

2. Kindercamp 2002

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 17:32

Kindercamp 2002
oder Coca-Cola und Fußball – Erlebnisse im Kindercamp

Nachdem letztes Jahr das 1. Kindercamp in Oberstaufen/Allgäu ein voller Erfolg war, veranstaltete der Deutsche Gehörlosen-Bund im Sommer 2002 das 2. bundesweite Camp für gehörlose Kinder. Das 2. Kindercamp fand vom 19.7. bis 29.7.2002 im Schullandheim Hoisdorf/Schleswig-Holstein statt und stand unter dem Motto: „Sprache, Kultur, Natur, Spiele und Spaß“. Es waren 25 Kinder aus verschiedenen Bundesländern dabei, alle im Alter von 10 bis 14 Jahren. Leiterin des Camps war Michaela Grosche, die diese Aufgabe von Doris Bönisch, die das erste Kindercamp letztes Jahr geleitet hatte und sich jetzt aber um ihr Baby kümmert, übernommen hat. Die Umgebung von Hoisdorfs ist sehr schön und kann einiges bieten: Hier gibt es zahlreiche Wälder, Felder und Seen in lieblicher Geestlandschaft. Hoisdorf selbst liegt unmittelbar an einem unter Naturschutz stehenden See.

Nachdem alle angereist waren, manche mit dem Zug, andere mit dem Auto und einer sogar mit dem Flugzeug, gab es nach dem Einchecken zur Begrüßung etwas zu Essen und zu Trinken: Ein Junge, der an dem Tag Geburtstag hatte, brachte von seiner Mutter einen frisch gebackenen Kuchen mit, und von der Firma Coca-Cola aus Mölln bekamen wir für die ganze Freizeit kostenlos Getränke zur Verfügung gestellt. Wir haben den kleinen Snack genossen und uns dabei gegenseitig kennen gelernt. Anschließend machten wir eine Verlosung zur Zimmerverteilung, eine Info-Runde über das Camp, und wir bildeten Teams, in denen je fünf Kinder mit einer/m Betreuer/in für die gesamte Zeit in einer Gruppe zusammen waren.

In den darauffolgenden Tagen haben wir gemeinsam vieles erlebt und unternommen:
Es fing an mit Kennenslernspielen und einer Dorfrallye, dann spielten wir „Wissenskiste“, schauten ein Video, in dem Gehörlose mitgespielt haben, machten sogenannte „ABC-Storys“ (ein Spiel, wo man den eigenen Namen und dessen Buchstaben in Gebärdensprachpoesie gebärdet), und das Spiel „1,2 oder 3“. Wir machten auch Tischtennisturniere, verschiedene Gesellschaftsspiele, eine Blindenführung, „Spiel ohne Grenzen“, spielten Theater und bastelten.
An einem Tag waren wir auch in Hamburg zum Kanufahren, ein anderes Mal im Hamburger Museum „Pyramiden“ und „Fotos“. Je nach Interesse konnten die Kinder entscheiden, welches Museum sie besuchen wollten.
Ein besonderes Erlebnis war natürlich unsere „unheimliche Wanderung“, bei der wir spätabends mit Fackeln durch das Dorf und durch den Wald gegangen sind.
Als wir mal schlechtes Wetter hatten, waren wir den ganzen Tag im Erlebnisbad Ahrensburg, und auch hier hatten wir durch eine großzügige Spende freien Eintritt.
Ein Erlebnis, das wir bestimmt nicht vergessen werden, war die Fahrt an den Timmendorfer Strand an der Ostsee. Es gab sogar Kinder, die so mutig waren, dass sie in das doch eher kalte Wasser schwimmen gingen … brrrr … Dann bauten die verschiedenen Teams je eine Sandburg, was voraussetzte, dass man vorher im Team diskutieren und aushandeln musste, wie diese Burg aussehen soll und wer sie wie baut. Hier war Teamgeist und Kooperationsfähigkeit gefragt!
Für ca. 20 „Nachtschwärmer“-Kinder gab es zwei Abende, in denen sie nicht in ihren Zimmern, sondern im Kaminzimmer auf dem Dachboden übernachteten: Das war für sie ganz toll, denn sie konnten alle zusammen in einem sehr schmalen Raum mit ihren Matratzen und Schlafsäcken liegen, mit ihren Taschenlampen leuchten und bis spät in die Nacht gebärdeten.

Das waren die“ besonderen“ Ereignisse. Und was gab es noch?
Jeden Abend machten wir eine „Smile-Runde“: Die jeweiligen Teams erfuhren von der Tagesleitung (je 1 Betreuer/in bzw. die Leiterin war für einen Tag für die Durchführung des Tagesprogramms verantwortlich), wieviele Punkte sie am Tag erreicht haben, es wurde darüber geredet, wie der Tag war, es wurde kritisiert, Meinungen ausgetauscht und diskutiert.
Außerdem hat uns Lisa, eine zwei Jahre alte Gebärdensprachpuppe aus dem Allgäu, sozusagen unser „Masskottchen“, jeden Abend eine „Gute - Nacht – Geschichte“ erzählt.
Ach, und noch was ganz wichtiges: Jeden Tag spielten die Kinder, vor allem die Jungs (und 1 Mädchen) Fußball. Immer, wenn wir die Kinder fragten, was sie denn gerne noch machen wollen, war der Wunsch „Fußball spielen“ an erster Stelle. Wir, die Betreuer/innen Michaela Grosche, Susanne Genc, Ines Desjardins, Markus Holz und ich, Britta Schönfelder, mussten jedesmal lachen. Die Kids spielten immer Fußball, egal, wie das Wetter war, ob es regnete, kalt oder heiß war. Wir, die „armen“ Betreuer/innen, mussten die Turnschuhe der Kinder abends mit Zeitung ausstopfen, damit am nächsten Tag wieder fröhlich und sorglos über den Fußballplatz gerast werden konnte!!

Die Zeit ging schnell um, und so kam sehr bald der letzte Abend: Wir feierten ein letztes Mal ein schönes Fest, grillten und verliehen die Preise für die Teams. Die Kids führten Sketche auf, in denen sie die Betreuer/innen mimten und zeigten, was wir alles in Wirklichkeit „angestellt“ hatten. Am Morgen danach waren alle etwas traurig gestimmt, nur ein Satz machte uns etwas fröhlicher: „Bis zum nächsten Mal beim Kindercamp!“

Ich glaube, dieses Camp war für uns Betreuer/innen eine sehr schöne Erfahrung, auch wenn es nicht immer leicht war, die Kinder pünktlich abends ins Bett zu bringen (es gab immer soo viel zu erzählen!). Aber es hat uns trotzdem allen gut gefallen. Durch die einwandfreie Kommunikation zwischen den gehörlosen Betreuer/innen und Kindern war es möglich, dass viele Fragen beantwortet und diskutiert werden konnten, dass ein Meinungsaustausch stattfand und vor allem viele Infos weitergegeben werden konnten.
Ich möchte mich bei allen Betreuer/innen bedanken, dass wir so eine tolle Freizeit miteinander erlebt haben. Ein besonderes Dankeschön geht an unsere Leiterin, dafür, dass sie diese Aufgabe übernommen hat. Es war SUPER!!!

Britta Schönfelder

Im Rahmen der Selbsthilfeförderung der gesetzlichen Krankenversicherungen wurde das Kindercamp des Deutschen Gehörlosen-Bundes gefördert von: AOK, BARMER, Buchdrucker-Krankenkasse Hannover, Brühler Krankenkasse Solingen, DAK, Hamburg-Münchener Krankenkasse, Hanseatische Krankenkasse, Krankenkasse für Bau- und Holzberufe, Kaufmännische Krankenkasse, Krankenkasse Eintracht Heusenstamm und Techniker Krankenkasse. Herzlichen Dank!

1. Kindercamp 2001

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 17:29

Bericht über das Kindercamp 2001

Unter der Trägerschaft des Deutschen Gehörlosenbundes, Fachausschuss
Jugend, wurde im August 2001 zum ersten Mal ein Kindercamp für gehörlose Kinder im Alter von 10-14 Jahren durchgeführt.

Ziel des Kindercamps ist in erster Linie ein Freizeitangebot für gehörlose Kinder. Im Vergleich zu hörenden Kindern haben gehörlose Kinder kaum Möglichkeiten, in den Sommerferien an Fahrten oder Freizeiten zusammen mit anderen Gehörlosen teilzunehmen. Gerade in ländlichen Gebieten ist es ihnen auch nicht oft möglich, insbesondere in den Ferien, Kontakte mit Mitschülern zu halten, da sie weit auseinander wohnen. Die Förderung von zwischenmenschlichen Kontakten ist also ein weiteres Ziel des Kindercamps.
( Foto: Marco und Nico Schwager auf Baumstamm). Es bietet ihnen einen Austausch mit anderen gleichaltrigen Gehörlosen aus anderen Bundesländern an sowie soziale Kontakte. Das Kennenlernen im Bereich Gehörlosenkultur hat hier auch eine große Bedeutung. Auch Gruppenarbeit steht auf dem Programm, d.h. die Kinder sollen lernen, wie sie sich in einer Gruppe am besten durchsetzen können, da es in unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert hat. Zudem soll das Selbstwertgefühl sowie Respekt zueinander gefördert werden.

Unter dem Motto „ Sprache, Kultur, Natur, Spiele und Spaß“ fand das 1. bundesweite Kindercamp vom 13. –20. August 2001 in Oberstaufen - Steibis im Allgäu statt.
( Werbeseite von 1. Kindercamp)

Teilgenommen hatten 20 Kinder aus verschiedenen Bundesländern ( 10 aus Bayern, 3 aus NRW, 3 aus Baden Württemberg, 2 aus Schleswig Holstein und je 1 aus Berlin und Niedersachsen)
( KC-Gruppenfoto)

und 6 Betreuer/-innen. Alle sind gehörlos.
( Foto von KC-Team)
links stehend: Stefan Goldschmidt ( Betreuer), Doris Bönisch ( KC-Leiterin), Kim Jensen ( KC-Assistent), Michaela Grosche ( Betreuerin), rechts liegend: Markus Meincke ( Betreuer) und Ines Desjardins ( Betreuerin)

Das Freizeit-Programm bot Ausflüge in die schöne Allgäuer Umgebung, z.B. zu den Buchenegger -Wasserfällen , um dort im eiskalten Wasser vor dem hohen wunderbaren Wasserfall zu baden, das Baden an den Natursee „Alpsee“, zum Rodelbahn „ Hündle“. Während das Freizeit-Programm wurden auch inzwischen die Aktivitäten durchgeführt, z.B. Frisbee-Golf.
( 4 Fotos: Wasserfall, Alpsee, Rodeln und Frisbee-Golf)

Gruppenwettspiele wie zum Beispiel: „ Wissenkiste“ oder „ Spiel ohne Grenzen“ waren bei den Kindern sehr beliebt. Diese Gruppenwettkämpfe haben nicht nur viel Spaß gemacht, sondern auch die Gruppendynamik wurde gestärkt.
( Foto von Wissenkiste oder Spiel ohne Grenzen)
Dies wurden auch Anreiz zum Smile-Punkte sammeln. Es gab aber nicht nur Gruppenwettkämpfe, sondern auch Gesellschaftsspiele für alle, die einfach Spaß und Freunde bringen sollten.

Am Abend stand immer die Smile-Runde auf dem Programm. ( Foto: Smile-Runde Bolzplatz). Hier haben die Kinder und Betreuer/innen über den Tagesablauf im „Feedback“ diskutiert. Es wurden Tipps gegeben und Vorschläge gemacht, wobei alle auch in demokratischer Mitbestimmung ihre Pläne, Wünsche und Meinungen äußern und gemeinsam austauschen konnten. Die Kinder sollten mit den BetreuerInnen im Rückblick auf die vergangenen Tage ihre Kritikfähigkeit stärken und sollten mit der Aussicht auf weitere Unternehmen ihre Phantasie aktivieren sowie gestalten.
In der Smile-Runde wurden auch die gesammelten Smile-Punkte ( Smile-Symbol) der einzelnen Gruppen bekannt geben. Smile -Punkte sammeln konnten die einzelnen Gruppen bei verschiedenen Aktivitäten.

Die Abende waren nach Abendessen und Smile-Runde ausgefüllt durch weitere Programme wie Videovorführung, Poesie ( ABC-Stories und andere Fingeralphabet-Geschichten). An einem Abend gab es eine Fackelwanderung, wo wir alle mit Fackeln im Dunkeln durch die nahe Umgebung gewandert sind.
( Foto: Fackeln)
Die Höhepunkte des Abends waren die Gute-Nacht-Geschichten mit der Gebärdenpuppe namens Lisa. ( Foto: Lisa) Lisa hatte die Aufgabe, jeden Abend die Gute-Nacht-Geschichtenerzähler-/innen einzuladen und die Kinder schauten mit Begeisterung den Geschichten zu.
Der 2. Höhepunkt war die Übernachtung im Freien auf dem Bolzplatz. Wir machten ein kleines Lagerfeuer, wobei die Kinder unter sternenklaren Himmel am wärmenden Lagerfeuer sitzen konnten und anschließend einschlieften.
( Foto: Schlafen auf Bolzplatz)

So war ein umfangsreiches Programm und Erlebnis für gehörlose Kinder. Die Rückmeldung von den Kindern und auch von den Betreuer-/innen waren positiv. Das Wichtigste war unserer Meinung nach, dass jeder neue soziale Kontakte knüpfen und vor allem Erfahrung und Freude mit nach Hause nehmen konnte. Erfahrung fand statt zum Beispiel an Teamgeist, Austausch mit anderen Kindern aus verschiedenen Gehörlosenschulen, das Eintauchen in die Gehörlosenkultur und die Identifikation mit den gehörlosen Betreuer-/innen.

Plakat

Info

Kindercamp

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 17:26

Bericht über das Kindercamp 2001

Unter der Trägerschaft des Deutschen Gehörlosenbundes, Fachausschuss
Jugend, wurde im August 2001 zum ersten Mal ein Kindercamp für gehörlose Kinder im Alter von 10-14 Jahren durchgeführt.

Ziel des Kindercamps ist in erster Linie ein Freizeitangebot für gehörlose Kinder. Im Vergleich zu hörenden Kindern haben gehörlose Kinder kaum Möglichkeiten, in den Sommerferien an Fahrten oder Freizeiten zusammen mit anderen Gehörlosen teilzunehmen. Gerade in ländlichen Gebieten ist es ihnen auch nicht oft möglich, insbesondere in den Ferien, Kontakte mit Mitschülern zu halten, da sie weit auseinander wohnen. Die Förderung von zwischenmenschlichen Kontakten ist also ein weiteres Ziel des Kindercamps.
( Foto: Marco und Nico Schwager auf Baumstamm). Es bietet ihnen einen Austausch mit anderen gleichaltrigen Gehörlosen aus anderen Bundesländern an sowie soziale Kontakte. Das Kennenlernen im Bereich Gehörlosenkultur hat hier auch eine große Bedeutung. Auch Gruppenarbeit steht auf dem Programm, d.h. die Kinder sollen lernen, wie sie sich in einer Gruppe am besten durchsetzen können, da es in unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert hat. Zudem soll das Selbstwertgefühl sowie Respekt zueinander gefördert werden.

Unter dem Motto „ Sprache, Kultur, Natur, Spiele und Spaß“ fand das 1. bundesweite Kindercamp vom 13. –20. August 2001 in Oberstaufen - Steibis im Allgäu statt.
( Werbeseite von 1. Kindercamp)

Teilgenommen hatten 20 Kinder aus verschiedenen Bundesländern ( 10 aus Bayern, 3 aus NRW, 3 aus Baden Württemberg, 2 aus Schleswig Holstein und je 1 aus Berlin und Niedersachsen)
( KC-Gruppenfoto)

und 6 Betreuer/-innen. Alle sind gehörlos.
( Foto von KC-Team)
links stehend: Stefan Goldschmidt ( Betreuer), Doris Bönisch ( KC-Leiterin), Kim Jensen ( KC-Assistent), Michaela Grosche ( Betreuerin), rechts liegend: Markus Meincke ( Betreuer) und Ines Desjardins ( Betreuerin)

Das Freizeit-Programm bot Ausflüge in die schöne Allgäuer Umgebung, z.B. zu den Buchenegger -Wasserfällen , um dort im eiskalten Wasser vor dem hohen wunderbaren Wasserfall zu baden, das Baden an den Natursee „Alpsee“, zum Rodelbahn „ Hündle“. Während das Freizeit-Programm wurden auch inzwischen die Aktivitäten durchgeführt, z.B. Frisbee-Golf.
( 4 Fotos: Wasserfall, Alpsee, Rodeln und Frisbee-Golf)

Gruppenwettspiele wie zum Beispiel: „ Wissenkiste“ oder „ Spiel ohne Grenzen“ waren bei den Kindern sehr beliebt. Diese Gruppenwettkämpfe haben nicht nur viel Spaß gemacht, sondern auch die Gruppendynamik wurde gestärkt.
( Foto von Wissenkiste oder Spiel ohne Grenzen)
Dies wurden auch Anreiz zum Smile-Punkte sammeln. Es gab aber nicht nur Gruppenwettkämpfe, sondern auch Gesellschaftsspiele für alle, die einfach Spaß und Freunde bringen sollten.

Am Abend stand immer die Smile-Runde auf dem Programm. ( Foto: Smile-Runde Bolzplatz). Hier haben die Kinder und Betreuer/innen über den Tagesablauf im „Feedback“ diskutiert. Es wurden Tipps gegeben und Vorschläge gemacht, wobei alle auch in demokratischer Mitbestimmung ihre Pläne, Wünsche und Meinungen äußern und gemeinsam austauschen konnten. Die Kinder sollten mit den BetreuerInnen im Rückblick auf die vergangenen Tage ihre Kritikfähigkeit stärken und sollten mit der Aussicht auf weitere Unternehmen ihre Phantasie aktivieren sowie gestalten.
In der Smile-Runde wurden auch die gesammelten Smile-Punkte ( Smile-Symbol) der einzelnen Gruppen bekannt geben. Smile -Punkte sammeln konnten die einzelnen Gruppen bei verschiedenen Aktivitäten.

Die Abende waren nach Abendessen und Smile-Runde ausgefüllt durch weitere Programme wie Videovorführung, Poesie ( ABC-Stories und andere Fingeralphabet-Geschichten). An einem Abend gab es eine Fackelwanderung, wo wir alle mit Fackeln im Dunkeln durch die nahe Umgebung gewandert sind.
( Foto: Fackeln)
Die Höhepunkte des Abends waren die Gute-Nacht-Geschichten mit der Gebärdenpuppe namens Lisa. ( Foto: Lisa) Lisa hatte die Aufgabe, jeden Abend die Gute-Nacht-Geschichtenerzähler-/innen einzuladen und die Kinder schauten mit Begeisterung den Geschichten zu.
Der 2. Höhepunkt war die Übernachtung im Freien auf dem Bolzplatz. Wir machten ein kleines Lagerfeuer, wobei die Kinder unter sternenklaren Himmel am wärmenden Lagerfeuer sitzen konnten und anschließend einschlieften.
( Foto: Schlafen auf Bolzplatz)

So war ein umfangsreiches Programm und Erlebnis für gehörlose Kinder. Die Rückmeldung von den Kindern und auch von den Betreuer-/innen waren positiv. Das Wichtigste war unserer Meinung nach, dass jeder neue soziale Kontakte knüpfen und vor allem Erfahrung und Freude mit nach Hause nehmen konnte. Erfahrung fand statt zum Beispiel an Teamgeist, Austausch mit anderen Kindern aus verschiedenen Gehörlosenschulen, das Eintauchen in die Gehörlosenkultur und die Identifikation mit den gehörlosen Betreuer-/innen.