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1. Kindercamp 2001

1. Kindercamp 2001

Geschrieben von Micky am 25. Juli 2011 um 17:29

Bericht über das Kindercamp 2001

Unter der Trägerschaft des Deutschen Gehörlosenbundes, Fachausschuss
Jugend, wurde im August 2001 zum ersten Mal ein Kindercamp für gehörlose Kinder im Alter von 10-14 Jahren durchgeführt.

Ziel des Kindercamps ist in erster Linie ein Freizeitangebot für gehörlose Kinder. Im Vergleich zu hörenden Kindern haben gehörlose Kinder kaum Möglichkeiten, in den Sommerferien an Fahrten oder Freizeiten zusammen mit anderen Gehörlosen teilzunehmen. Gerade in ländlichen Gebieten ist es ihnen auch nicht oft möglich, insbesondere in den Ferien, Kontakte mit Mitschülern zu halten, da sie weit auseinander wohnen. Die Förderung von zwischenmenschlichen Kontakten ist also ein weiteres Ziel des Kindercamps.
( Foto: Marco und Nico Schwager auf Baumstamm). Es bietet ihnen einen Austausch mit anderen gleichaltrigen Gehörlosen aus anderen Bundesländern an sowie soziale Kontakte. Das Kennenlernen im Bereich Gehörlosenkultur hat hier auch eine große Bedeutung. Auch Gruppenarbeit steht auf dem Programm, d.h. die Kinder sollen lernen, wie sie sich in einer Gruppe am besten durchsetzen können, da es in unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert hat. Zudem soll das Selbstwertgefühl sowie Respekt zueinander gefördert werden.

Unter dem Motto „ Sprache, Kultur, Natur, Spiele und Spaß“ fand das 1. bundesweite Kindercamp vom 13. –20. August 2001 in Oberstaufen - Steibis im Allgäu statt.
( Werbeseite von 1. Kindercamp)

Teilgenommen hatten 20 Kinder aus verschiedenen Bundesländern ( 10 aus Bayern, 3 aus NRW, 3 aus Baden Württemberg, 2 aus Schleswig Holstein und je 1 aus Berlin und Niedersachsen)
( KC-Gruppenfoto)

und 6 Betreuer/-innen. Alle sind gehörlos.
( Foto von KC-Team)
links stehend: Stefan Goldschmidt ( Betreuer), Doris Bönisch ( KC-Leiterin), Kim Jensen ( KC-Assistent), Michaela Grosche ( Betreuerin), rechts liegend: Markus Meincke ( Betreuer) und Ines Desjardins ( Betreuerin)

Das Freizeit-Programm bot Ausflüge in die schöne Allgäuer Umgebung, z.B. zu den Buchenegger -Wasserfällen , um dort im eiskalten Wasser vor dem hohen wunderbaren Wasserfall zu baden, das Baden an den Natursee „Alpsee“, zum Rodelbahn „ Hündle“. Während das Freizeit-Programm wurden auch inzwischen die Aktivitäten durchgeführt, z.B. Frisbee-Golf.
( 4 Fotos: Wasserfall, Alpsee, Rodeln und Frisbee-Golf)

Gruppenwettspiele wie zum Beispiel: „ Wissenkiste“ oder „ Spiel ohne Grenzen“ waren bei den Kindern sehr beliebt. Diese Gruppenwettkämpfe haben nicht nur viel Spaß gemacht, sondern auch die Gruppendynamik wurde gestärkt.
( Foto von Wissenkiste oder Spiel ohne Grenzen)
Dies wurden auch Anreiz zum Smile-Punkte sammeln. Es gab aber nicht nur Gruppenwettkämpfe, sondern auch Gesellschaftsspiele für alle, die einfach Spaß und Freunde bringen sollten.

Am Abend stand immer die Smile-Runde auf dem Programm. ( Foto: Smile-Runde Bolzplatz). Hier haben die Kinder und Betreuer/innen über den Tagesablauf im „Feedback“ diskutiert. Es wurden Tipps gegeben und Vorschläge gemacht, wobei alle auch in demokratischer Mitbestimmung ihre Pläne, Wünsche und Meinungen äußern und gemeinsam austauschen konnten. Die Kinder sollten mit den BetreuerInnen im Rückblick auf die vergangenen Tage ihre Kritikfähigkeit stärken und sollten mit der Aussicht auf weitere Unternehmen ihre Phantasie aktivieren sowie gestalten.
In der Smile-Runde wurden auch die gesammelten Smile-Punkte ( Smile-Symbol) der einzelnen Gruppen bekannt geben. Smile -Punkte sammeln konnten die einzelnen Gruppen bei verschiedenen Aktivitäten.

Die Abende waren nach Abendessen und Smile-Runde ausgefüllt durch weitere Programme wie Videovorführung, Poesie ( ABC-Stories und andere Fingeralphabet-Geschichten). An einem Abend gab es eine Fackelwanderung, wo wir alle mit Fackeln im Dunkeln durch die nahe Umgebung gewandert sind.
( Foto: Fackeln)
Die Höhepunkte des Abends waren die Gute-Nacht-Geschichten mit der Gebärdenpuppe namens Lisa. ( Foto: Lisa) Lisa hatte die Aufgabe, jeden Abend die Gute-Nacht-Geschichtenerzähler-/innen einzuladen und die Kinder schauten mit Begeisterung den Geschichten zu.
Der 2. Höhepunkt war die Übernachtung im Freien auf dem Bolzplatz. Wir machten ein kleines Lagerfeuer, wobei die Kinder unter sternenklaren Himmel am wärmenden Lagerfeuer sitzen konnten und anschließend einschlieften.
( Foto: Schlafen auf Bolzplatz)

So war ein umfangsreiches Programm und Erlebnis für gehörlose Kinder. Die Rückmeldung von den Kindern und auch von den Betreuer-/innen waren positiv. Das Wichtigste war unserer Meinung nach, dass jeder neue soziale Kontakte knüpfen und vor allem Erfahrung und Freude mit nach Hause nehmen konnte. Erfahrung fand statt zum Beispiel an Teamgeist, Austausch mit anderen Kindern aus verschiedenen Gehörlosenschulen, das Eintauchen in die Gehörlosenkultur und die Identifikation mit den gehörlosen Betreuer-/innen.

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