Das war das Erlebniscamp!

Das Erlebniscamp ist ein neues Camp der Deutschen Gehörlosen-Jugend e.V. und ist an jungen Erwachsenen, die sich für Sprache, Kultur, Natur, Spiele und Spaß interessieren und 18 – 30 Jahre alt sind, gerichtet. Kurz vor 4. Deutschen Kulturtagen der Gehörlosen fand das Camp vom 15. bis 20. August 2008 im Allgäu statt.

Neben den Wander- und Bergtouren waren Themen wie Taubsein (Deafhood), Audismus, Führerschaft und Teamarbeit, Frontrunners, Poesie usw. auch im Programm. Ziele des Erlebniscamps waren Lernen durch Erlebnis, Förderung des Umganges mit Natur, Erfahren von Kultur und natürlich ganz viel Spaß.

Erster Tag

Am Freitag, den 15. August 2008, waren die Teilnehmer des Erlebniscamps aus ganz Deutschland am Bahnhof von Oberstaufen angereist. Das Wetter machte an diesem Tag leider nicht den besten Eindruck und hat die Laune aber nicht verdorben. Die Zimmer- und Gruppenverteilung sowie das Kennenlernenspiel waren im Programm des ersten Tages.

Zweiter Tag

Das Klettern beim Klettergarten war am zweiten Tag angesagt. Die Teilnehmer hatten Spaß daran und konnten eigene Grenzen entdecken. Das Klettergarten besteht aus 4 Wegen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Nach dem langen Tag beim Klettern waren Vorträge „Deutsche Gehörlosen-Jugend“ mit Benedikt J. Feldmann, der erste Vorsitzender der Jugendorganisation, und „Kommunikation im Alltag“ mit Markus „Micky“ Meincke im Programm!

Dritter Tag

Am Sonntag, der dritte Tag, war Rudi Sailer, der Geschäftsführer des Gehörlosenverbands München und Umland e.V., als Gastreferent da und hat über die „Entfaltung der Sprache“ und „Persönlichkeit“ referiert. Beim ersten Thema ging es um die Entfaltung der Deutschen Gebärdensprache. Rudi Sailer meint, dass die Deutsche Gebärdensprache (DGS) jung ist und sich noch vervielfältigen muss. Die DGS wurde zur Zeit der Meinung von Rudi nach zu einseitig genutzt und hat kaum Synonymen (Bedeutungsgleichheit, Sinnverwandtschaft oder Verwendungsgleichheit). Rudi Sailer zeigt Beispiele und fordert daher die Entfaltung. Bei seinem zweiten Vortrag „Persönlichkeit“ war Friedrich Waldow, der Mitgründer der Deutschen Gehörlosen-Zeitung und der ehemalige Präsident des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes, das Hauptthema.

Nach dem Ausflug nach Österreich und Gesellschaftspielle war der Vortrag „Taubsein (Deafhood)“ von Thora Hübner, die Betreuerin des Erlebniscamps, am Abend im Programm. Der Begriff „Taubsein“ ist eine mögliche und akzeptierte Übersetzung des englischen Begriffes „Deafhood“, der von dem britischen gehörlosen Wissenschaftler Dr. Paddy Ladd im Jahr 1990 entwickelt wurde. „Taubsein“ ist gegenüber dem medizinischen Begriff „Taubheit“ eine neue Alternative mit neuer Sicht- und Denkweise (Mehr über den Begriff: „Deafhood und Audismus“ von Helmut Vogel in der Deutschen Gehörlosen-Zeitung). Diese moderne Denkweise hat den Teilnehmer sehr beeindruckt, so dass sie in laufenden Tagen immer wieder davon sprachen.

In der Nacht fand die Nachtwanderung mit Fackeln rund um das Hubertushaus, wo das Erlebniscamp stattfand, und den nahelegenden Moorsee statt.

Vierter Tag

Der Betreuer Benedikt J. Feldmann und die Betreuerin Thora Hübner waren von September 2007 bis Mai 2008 in Dänemark beim internationalen Kurs „Frontrunners“ zum Projektmanagement, zur Führerschaft und zur Teamarbeit. Die Beiden hielten daher am Montag vormittag den dreistündigen Vortrag zum Frontrunners, zur Führerschaft und zur Teamarbeit.

Die Punktspiele waren nach dem Mittagsessen angesagt. Die Gruppen müssen verschiedene Sachen unzertrennlich – zusammengebunden durch Seile – sammeln, was ihnen Spaß macht und aber auch viel Kraft gekostet hat.

Nach dem Abendessen war der Begriff „Audismus“ das Thema des Vortrages von Benedikt. Die Teilnehmer lernen den Begriff theoretisch kennen und erzählen von ihren eigenen Erfahrungen. (Mehr über den Begriff: „Deafhood und Audismus“ von Helmut Vogel in der Deutschen Gehörlosen-Zeitung)

In der Nacht können die Teilnehmer zusammen am Lagerfeuer setzen und sich gemütlich unterhalten.

Fünfter und Letzter Tag

Am letzten Tag, der Dienstag, waren die Gebärdensprachpoesie und das Theater im Programm. Diese Workshops wurden von Benedikt geleitet und waren eine gute Vorbereitung für das Abendprogramm, wo Gruppen Theater spielen müssen und dadurch Punkte zum letzten Mal sammeln können.

Am Nachmittag fanden die Kreative Stunden statt, wo die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Die drei Bereichen der Kreativen Stunden sind das Designen der T-Shirts, die Malerei der Plakaten zum Erlebniscamp und das Filmen bzw. Fotografieren. Alle Gruppen übten an allen Bereichen abwechselnd aus.

Nach dem Abendessen fand das gemeinsame Abendprogramm, wo Gruppen Theater gespielt haben und die Preisverleihung stattfand.

Nach dem Erlebniscamp

Das erfolgreiche Erlebniscamp ging am Mittwoch, den 20. August 2008, zu Ende. Alle Beteiligten waren mit dem Bus und dem Schiff ab Andernach nach Köln gereist.

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