Praktikantin Mio berichtet vom Vortrag: „Plastik vermeiden“

Bericht Vortrag  „Plastik vermeiden – Alltagstipps und mein Selbstversuch im plastikfreien Leben“

Am Donnerstag, 15.10.2020 hat Antonia einen spannenden Bildungsvortrag zum Thema “Plastik vermeiden – Alltagstipps und mein Selbstversuch im plastikfreien Leben“ via Facebook Live gehalten. Nach einer kurzen Vorstellung und Sicherung der Videoqualität ging es auch gleich los. 

Antonia berichtete, dass sie im Rahmen ihres alten Jobs bei der Deutschen Gehörlosenzeitung, den Auftrag bekommen hatte einen Monat ohne Plastik zu leben um dann einen Bericht darüber zu verfassen. Dieses Thema war sehr willkommen für die Vortragende, da sie vorher schon motiviert war ihren Plastikkonsum zu reduzieren.  So startete im Sommer 2018 ihr einmonatiger Selbstversuch, auf Plastik in allen Lebensbereichen zu verzichten. 

Aber warum ist Plastik überhaupt so ein heikles Thema? Wo liegt das Problem? 

Nach einigen Antworten aus dem Publikum, die alle zurecht auf die Umwelt und ihre Verschmutzung verweisen, zeigt Antonia bekannte Bilder von Tieren, die sich im Plastikmüll verheddert hatten. Auch finden häufig Tiere ein qualvolles Ende, weil Sie Kleinteile aus Plastik essen. Also ist Plastikabfall schonmal ein großes Problem für die Tierwelt und damit folglich für verschiedenste Ökosysteme.

Antonia zeigt darauf eine Statistik aus dem Jahr 2016, die darlegt, dass jährlich circa 8 Mio. Tonnen Plastikmüll entstehen- Tendenz steigend. 

Noch erschütternder wird diese Statistik wenn man bedenkt, dass bisher keiner der von Menschen produzierten Kunststoffe wie PVC oder PET abgebaut wurde. 

Darum sollte eigentlich jeder Mensch sich etwas mehr Gedanken über seinen Plastikkonsum machen, und selbst wenn man nur kleine Änderungen vornimmt, kann man doch viel bewirken. 

Daraufhin stellt Antonia einige gebärdensprachliche Ressourcen über ein nachhaltigeres Leben vor wie z.B.diezweioekotanten auf Instagram,  Pira die in International Sign Videos macht oder verschiedene lokale Facebookgruppen. 

Anschließend ging es los mit dem Erfahrungsberichts des Selbstversuches der Vortragenden. Der erste und notwendigste Schritt – Lebensmitteleinkauf.  Dort stellt sie Märkte oder unabhängige Läden mit frischem Gemüse- und Obstangebot, sowie Unverpacktläden vor. Bei Ersteren kann man anstatt seine Waren in einer Plastiktüte mitzunehmen, ein wiederverwendbares Obstnetz benutzen oder die Sachen einfach lose mitnehmen. Beim Zweiteren gibt es auch mehr als nur Obst und Gemüse, dort kann man seine eigenen Behältnisse mitnehmen, wiegen und befüllen lassen. Manche Waren sind dort zwar etwas teurer als die herkömmlichen Kaufhallen, Andere wiederum günstiger wie z.B. Schokolade, die schief geschnitten wurde.  Natürlich ist dort auch wichtig zu sagen, dass nicht Jeder leichten Zugang zu solchen Märkten oder Läden ohne Verpackung hat. Meistens gibt es Diese nur in größeren Städten. Dafür kann man in ländlichen Regionen sein Glück bei kleinen Hofläden probieren. Und selbst wenn man nur daran denkt seine eigene Tasche/Beutel/Rucksack/Korb zum einkaufen mitzunehmen, anstatt eine Plastiktüte für den Transport zu kaufen, ist es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. 

Weiter geht es mit den Lebensmitteln zuhause. Antonia zeigt wie man statt Frischhaltefolie einfach einen Teller für das Abdecken von Resten benutzen kann. Oder auch Bienenwachstücher, die ähnlich formbar wie Aluminiumfolie, dafür aber wiederverwendbar sind, stellen eine gute Alternative da. 

Unterwegs kann man seinen eigenen Thermobecher für den Coffee-to-go mitnehmen oder falls man mal nicht daran gedacht hat, gibt es viele Cafes, die inzwischen das Recup-Pfandsystem verwenden. In solchen Lokalen kann man gegen 1€ Becherpfand sein Getränk in einem Recup mitnehmen und nach Benutzung in einem beliebigen Lokal welches auch Recup anbietet wieder abgeben. Und logischerweise sind für unterwegs Glasflaschen super um keine Getränke in Plastik kaufen zu müssen. Auch gibt es in einigen Läden sogenannte Refillstationen, wo man kostenlos seine Flasche mit Leitungswasser auffüllen lassen kann. 

Auch bei Reinigungsmitteln gibt es viele DIY-Methoden um auf Plastik zu verzichten, wie Antonia berichtet. Man kann relativ simpel, die meisten Haushaltsreiniger selbst zusammenmischen, aus Zutaten, die nicht in Plastik verpackt sind. So sind z.B. Essig, Natron oder Zitronensäure oft im Einsatz ohne Plastikmüll zu verursachen. Dafür kann man viele verschiedene Anleitungen im Netz finden.

Und wie sieht es mit Kosmetik aus? Wir Alle kennen ja feste Seifen, aber es gibt auch Shampoo in einem Seifenstück, oder Zahnputztabletten, die man sich abfüllen kann. Antonia erklärt uns, dass häufig sogar in flüssigen Kosmetikprodukten zusätzlich zur Verpackung, auch noch in dem Produkt selbst Plastik ist. Sogenanntes Mikroplastik wird häufig als Peeling benutzt und ist besonders schädlich für die Umwelt, da Tiere, vor allem Fische, Dieses essen und daran sterben.

Es gibt Rasierhobel aus Metall anstatt Rasierer aus Plastik, wiederverwendbare Wattepads aus Stoff und auch Menstruationsprodukte wie z.B Menstruationstassen, waschbare Binden oder Periodenunterwäsche. Eigentlich findet man zu fast Allem plastikfreie Alternativen, wenn man etwas nachforscht und sich gut vorbereitet.

Antonia muss aber zugeben, dass es trotzdem nicht immer einfach war und auch sie sich hin und wieder ein Eis in Plastikverpackung geholt hat.

Die Vortragende bewertet ihren Selbstversuch als positive Erfahrung, da sie viel gelernt hat und jetzt viel bewusster mit ihrem Plastikkonsum umgeht und lebt. Abschließend hat sie uns ein sehr passendes Zitat mitgegeben “Nicht Jeder muss Alles machen, aber Alle können etwas machen”. 

Ich persönlich fand den Vortrag sehr informativ und mir gefiel der Mix aus Fakten zum Plastikverbrauch und persönlichen Anekdoten. Auch fand ich das Format gut gewählt, da Facebook Live eine Interaktion mit den Zuschauern ermöglichte und Antonia oft Fragen an uns gerichtet hat um uns mit einzubeziehen. 

Vielen Dank für die vielen Informationen und Anregungen! Wenn euch das Thema interessiert, sucht doch einmal selbst nach weiteren Ressourcen oder Gruppen in eurer Gegend. 

Mio Morwinsky

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